Dritter hessenweiter Aktionstag zur Bekämpfung der Sozialkriminalität (FOTO)

3 weitere Medieninhalte Roman Poseck: "Die hessische Polizei zeigt mit diesen sichtbaren und umfangreichen Kontrollen ihr entschlossenenes und konsequentes Handeln im Kampf gegen Kriminalität. Wir dulden in Hessen keine rechtsfreien Räume und lassen nicht zu, dass Menschen von Sozialleistungen auf Kosten des Staates leben und gleichzeitig mit Luxusautos prahlen." Rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hessischen Polizei, des Zolls, der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main (Abteilung für organisierte Geldwäsche), der Financial Intelligence Unit (FIU), von den kommunalen Gewerbe- und Ordnungsämtern, aus den Jobcenter sowie der Steuerfahndung sind am Mittwoch, 20. Mai 2026, erneut landesweit gegen sozialschädliche Kriminalität sowie organisierte Strukturen vorgegangen. Im Fokus des dritten hessenweiten Aktionstags standen insbesondere der Missbrauch staatlicher Leistungen, reisende Täter, die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls sowie die Sicherung kriminell erlangter Vermögenswerte. Der großangelegte Einsatz wurde durch das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) geführt und gemeinsam mit den hessischen Polizeipräsidien sowie unter Beteiligung von zahlreichen Sicherheits- und Ordnungsbehörden umgesetzt. Das Hessische Polizeipräsidium Einsatz richtete zudem stationäre Kontrollstellen im Bereich der Bundesautobahn A3, Tank- und Rastanlage Medenbach Ost und A49, Rastplatz Diebachsgraben Ost mit Unterstützung der Polizeipräsidien West- und Osthessen sowie des Zolls in der Zeit von 22:00 Uhr bis 02:00 Uhr ein. Die Bilanz: Insgesamt wurden 1071 Personen, 149 Objekte und 92 Fahrzeuge kontrolliert, 32 Strafanzeigen gefertigt und über 68 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Sechs Personen wurden vorläufig festgenommen. Zudem wurden Vermögenswerte im Gesamtwert von ca. 700.000 Euro gesichert, darunter ca. 76.000 Euro Bargeld, drei hochwertige Fahrzeuge sowie weitere Luxusgegenstände. Die Bekämpfung der Sozialkriminalität stellt weiterhin einen wesentlichen Schwerpunkt der hessischen Sicherheitsbehörden dar. Das Deliktsfeld reicht von unrechtmäßigem Leistungsbezug bis hin zu organisiert betriebenen Missbrauchsstrukturen und verursacht erhebliche Schäden für Staat und Allgemeinheit. Erstmals wurde der landesweite Aktionstag zur Bekämpfung der Sozialkriminalität mit Maßnahmen der hessischen Sommerkampagne gegen Wohnungseinbruchdiebstahl "Gemeinsam sicher gegen Diebstahl und Einbruch" verbunden. Die Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen richteten sich insbesondere gegen reisende Täter, die in unterschiedlichen Deliktsfeldern der Schweren und Organisierten Kriminalität in Erscheinung treten. Hierzu zählen unter anderem Tätergruppierungen im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls, der Rauschgiftkriminalität, des organisierten Missbrauchs staatlicher Leistungen sowie mutmaßliche Täter aus dem Umfeld von Geldautomatensprengungen und des Phänomens "Violence-as-a-Service" (Begehung von Gewalttaten gegen Bezahlung). Außerdem wurden mobile Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen auf weiteren Verkehrsachsen sowie umfangreiche Kontrollmaßnahmen im öffentlichen Raum, insbesondere in Wiesbaden, Offenbach am Main, Frankfurt am Main, Kassel, Fulda und in Gewerbeobjekten durchgeführt sowie zahlreiche Präventionsangebote an Informationsständen unterbreitet. Bei der Präventionsarbeit führten die eingesetzten Kräfte insgesamt 257 Bürgergespräche sowie 144 Beratungen durch. Hierbei wurden die Bürger gezielt über Sicherheitsrisiken und Maßnahmen zur Verhinderung von Einbrüchen im privaten und gewerblichen Bereich informiert. Hessens Innenminister Roman Poseck machte sich am späten gestrigen Abend ein persönliches Bild des Einsatzes an der stationären Kontrollstelle auf dem Rastplatz Medenbach an der A3 und erklärt: "Dem Missbrauch staatlicher Leistungen, insbesondere wenn dieser organisiert und strukturiert erfolgt, begegnen die hessischen Behörden durch ein konsequentes und interdisziplinäres Vorgehen. Dazu gehört die enge Zusammenarbeit von Polizei, Zoll, Steuerfahndung, der Financial Intelligence Unit sowie unserer kommunalen Partner. Wir lassen nicht zu, dass Menschen auf Kosten des Staates leben und gleichzeitig mit Luxusautos prahlen. Das ist Betrug am redlichen Bürger und gleichzeitig eine Provokation gegenüber unserem Rechtsstaat. Kriminalitätsphänomene, wie beispielsweise der Wohnungseinbruchdiebstahl, öffentlich wahrnehmbare Gewaltkriminalität und Finanzkriminalität beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und können auch das soziale Miteinander belasten. Deshalb ist es umso wichtiger, Schaden von Bürgerinnen und Bürgern durch ein entschlossenes und abgestimmtes staatliches Handeln, das sowohl repressiv als auch präventiv wirkt, abzuwenden. Hessen soll ein Land bleiben, in dem die Menschen sicher leben und sich auch sicher fühlen. Die hessische Polizei zeigt mit sichtbaren Kontrollen und entschlossenem Handeln jeden Tag aufs Neue, dass unser Rechtsstaat funktioniert und er seine Schutzmechanismen durchsetzt. Wir dulden in Hessen keine rechtsfreien Räume. Verbrechern geben wir in Hessen keine Freiräume und keinen Vorsprung. Wir sind ihnen überall auf der Spur und treffen sie an ihrem Lebensnerv, dem illegal erworbenen Vermögen. Deshalb werden wir auch die Null-Toleranz-Strategie fortsetzen; weitere Aktionstage mit umfangreichen Kontrollaktionen werden folgen." Während des Aktionstages kontrollierten die Einsatzkräfte auch Gaststätten, Glücksspielbetriebe, Barbershops, Wohnobjekte sowie weitere gewerblich genutzte Einrichtungen. Ziel war die Aufdeckung von Sozialleistungsmissbrauch, illegaler Beschäftigung, Scheinselbstständigkeiten, melderechtlichen Unregelmäßigkeiten sowie Strukturen der Schweren und Organisierten Kriminalität. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bekämpfung der Finanzkriminalität sowie der Sicherung mutmaßlich deliktisch erlangter Vermögenswerte. Spezialisierte Einsatzkräfte überprüften hierzu insbesondere hochwertige Fahrzeuge und öffentlich zur Schau gestellte Vermögenswerte mutmaßlicher Straftäter. So kontrollierten Einsatzkräfte in der Wiesbadener Innenstadt einen 54-Jährigen, der mit einem Rolls-Royce Spectre unterwegs war. Bei der Kontrolle wurden eine Luxusuhr im Wert von rund 60.000 Euro sowie Bargeld in Höhe von etwa 15.000 Euro aufgefunden. Wegen des Verdachts der Geldwäsche beschlagnahmten die Einsatzkräfte den rund 390.000 Euro teuren Rolls-Royce Spectre, eine Mercedes G-Klasse im Wert von circa 130.000 Euro, die Armbanduhr sowie das Bargeld. HLKA-Präsident Daniel Muth erklärt: "Die Kontrollmaßnahmen sind Teil eines landesweiten, abgestimmten Aktionsansatzes zur Bekämpfung der Schweren und Organisierten Kriminalität in Hessen. Dazu zählt ausdrücklich die Bekämpfung der Sozialkriminalität sowie des organisierten Missbrauchs staatlicher Leistungen und die Bekämpfung der Eigentumskriminalität. Ziel unserer Maßnahmen ist, insbesondere reisende Täter zu erkennen und deren Strukturen nachhaltig zu bekämpfen." Während des Aktionstags vollstreckten Einsatzkräfte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main zudem drei Beschlüsse aus verschiedenen Ermittlungsverfahren. Gegen die Beschuldigten besteht unter anderem der Verdacht des Sozialleistungsbetrugs, der Geldwäsche, der Urkundenfälschung sowie weiterer Delikte der Schweren und Organisierten Kriminalität. Bereits im Dezember 2025 sowie im Februar 2026 hatten die hessischen Sicherheits- und Kontrollbehörden bei landesweiten Aktionstagen die Bekämpfung der Sozialkriminalität in den Blick genommen. Der dritte Aktionstag setzt dieses Engagement fort. HLKA-Präsident Daniel Muth macht deutlich: "Als Hessisches Landeskriminalamt setzen wir gemeinsam mit den Polizeipräsidien und unseren kommunalen sowie behördlichen Partnern darauf, den Kontrolldruck konsequent hochzuhalten, um auch sich entwickelnde Phänomene frühzeitig erkennen und ihnen entschieden entgegentreten zu können. Unser Signal ist klar: Hessen ist kein Rückzugsraum für Täter." Rückfragen bitte an: Tim Schimmer Hessisches Landeskriminalamt Telefon: 0611/83-8310 E-Mail: kommunikation.hlka@polizei.hessen.de