260610 – 0736 Frankfurt: Verkehrsunfallstatistik 2025
Im Kalenderjahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main (Stadtgebiet und Bundesautobahnen) insgesamt 25.045 Verkehrsunfälle polizeilich registriert. Somit steigt die Anzahl der Verkehrsunfälle leicht um +1.080 Verkehrsunfälle (+4,51%) im Vergleich zum Jahr 2024.
Bei der überwiegenden Anzahl an Verkehrsunfällen ereigneten sich lediglich Sachschäden (87,00% der Gesamtunfälle).
Unfälle mit Personenschäden
Insgesamt wurden bei 3.256 Verkehrsunfällen Personen verletzt. Dies entspricht einer Zunahme um 7,78 % im Vergleich zum Vorjahr.
3.672 Personen erlitten leichte Verletzungen, 346 Personen wurden infolge von Verkehrsunfällen schwerverletzt.
Bei 19 Verkehrsunfällen erlitten 23 Personen tödliche Verletzungen. (+ sechs Personen / +35,29 %). Dies ist der höchste Wert seit 10 Jahren.
Im Stadtbereich verunglückten bei zwölf Unfällen vier Personen in einem PKW, drei Fußgänger, drei Personen auf E-Scootern, zwei Kraftradfahrer, ein Pedelec-Fahrer und ein Fahrer eines Krankenfahrstuhles tödlich.
Bei sieben Unfällen auf der Bundesautobahn verloren insgesamt sieben Personen in einem PKW und zwei Motorradfahrer ihr Leben.
Von den 23 verstorbenen Personen waren eine Person jugendlich und sechs Personen junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren.
Die Gesamtunfallzahlen teilen sich unter anderem auf folgende Risikogruppen und Verkehrsmittel auf:
Unfälle mit Kindern (0-13 Jahre)
Insgesamt verunglückten im vergangenen Jahr 227 Kinder (+30 / +15,2%) auf den Straßen und den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main.
19 Kinder wurden bei Verkehrsunfällen schwer- und 208 Kinder leichtverletzt.
Hauptsächlich wurden die betroffenen Kinder als Mitfahrende in einem PKW verletzt (73). Darüber hinaus folgt eine Verkehrsbeteiligung als Fahrradfahrende (66) sowie zu Fuß gehende (64).
Jugendliche (14-17 Jahre)
Insgesamt verunglückten 150 Jugendliche bei 246 Unfällen in Frankfurt am Main.
226 Unfälle mit 137 Verunglückten ereigneten sich im Stadtgebiet, 20 Unfälle mit insgesamt 13 Verunglückten auf der Autobahn.
51 der 150 hier aufgezählten verunglückten Jugendlichen erlitten ihre Verletzungen im Zusammenhang mit einem E-Scooter-Unfall, somit nahezu jeder Dritte.
Unfälle mit "Jungen Fahrern" (18 - 24 Jahre)
Während im Zeitraum der Corona-Pandemie die Unfallzahlen dieser Altersgruppe Rückläufe verzeichneten, ist die Tendenz 2023 Jahr für Jahr steigend. Erneut wird ein Höchststand an Verkehrsunfällen unter Beteiligung von "Jungen Fahrern" (4.418 Verkehrsunfälle/ +245 Unfälle/ +5,87%) registriert.
Der überwiegende Teil dieser Verkehrsunfälle geschah im Zusammenhang mit der Nutzung von PKW (3.739), wobei 272 Junge Fahrer im Zuge dessen verletzt wurden. Auch in dieser Altersgruppe zeigt sich eine deutlich höhere Anzahl von Verletzten bei den E-Scooterfahrern im Verhältnis zur Anzahl der Unfälle. Bei insgesamt 112 Unfällen dieser Gruppe verunglückten 77 Personen auf E-Scootern.
Unfälle mit Seniorinnen und Senioren (65 + Jahre)
Die Anzahl von Verkehrsunfällen in der Altersgruppe 65 Jahre und älter ist von 3.865 Verkehrsunfällen im Jahr 2024 auf 4.153 Verkehrsunfälle im Jahr 2025 angestiegen. Dies entspricht einer Zunahme um 7,45 %. Dabei verunglückten insgesamt fünf Personen dieser Altersgruppe im Stadtgebiet und eine Person auf der Autobahn tödlich.
"Schwächere Verkehrsteilnehmer"
Bei manchen Verkehrsmitteln besteht im Falle eines Unfalls ("Schwächere Verkehrsteilnehmer") ein besonders hohes Verletzungs- und Sterberisiko. Im Folgenden werden drei dieser Verkehrsmittel dargestellt:
Unfälle mit Fahrrädern
Die Unfallzahlen im Zusammenhang mit Radfahrenden sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich. Im Berichtszeitraum ereigneten sich 1.111 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radfahrenden (+22 Unfälle/ +2,02%). Hierbei verunglückten insgesamt 777 Radfahrende (+62 Verunglückte / +8,67%). Davon wurden 706 Personen leicht- und 71 Personen schwerverletzt.
E-Scooter
Bei 487 Verkehrsunfällen wurde eine Beteiligung von E-Scootern festgestellt. Die Auswertung der Anzahl an verletzten E-Scooter-Fahrenden mit 294 Personen ist aus zwei Gründen besorgniserregend. Zum einen ist sie im Verhältnis zur Anzahl der Unfälle, verglichen mit anderen Verkehrsmitteln, sehr hoch.
Darüber hinaus bilden die schwer- (27) und leichtverletzten (264) Personen insgesamt 7,8% aller Schwer- und 7,19% aller Leichtverletzten im gesamten Straßenverkehr ab, was auf das hohe Verletzungsrisiko bei E-Scooterfahrunfällen zurückzuführen ist. Eine Verletzung ist fast nicht zu verhindern.
Das verbotswidrige Benutzen der Fahrbahn bzw. des Gehweges stellt hier die Hauptunfallursache dar (113). Dahinter folgt die Überladung / Überbesetzung, in der Regel durch das Fahren mehrerer Personen auf einem E-Scooter (65), die Missachtung der Lichtzeichen (46) und das Fahren unter Alkoholeinfluss (44).
Nach polizeilicher Auswertung konzentriert sich der Großteil der E-Scooterunfälle auf den Innenstadtbereich, oft in Verbindung mit einer der Hauptunfallursachen, dem Konsum von Alkohol. Die Polizei Frankfurt reagiert auf diese Entwicklung und bildet im innerstädtischen Bereich einen Kontrollschwerpunkt ab.
Hierzu Herr Polizeipräsident Müller: "E-Scooter haben sich mittlerweile für viele Frankfurter Bürgerinnen und Bürger als Verkehrsmittel, welches schnell zur Verfügung steht, etabliert. Laut einer aktuellen Studie ist Frankfurt im Bereich der Mikromobilität bundesweit führend und Top-Performer. Die hohe Zahl an verletzten Nutzern zeigt jedoch, dass hier eine besondere Sorgfalt geboten ist. Das Fahren unter dem Einfluss berauschender Substanzen oder mit mehreren Personen auf einem E-Scooter verschlechtert die motorischen Fähigkeiten des Fahrers enorm. Dadurch entsteht eine hohe Gefahr für die Beteiligten, aber auch für Unbeteiligte. Die Polizei Frankfurt reagiert auf diese Entwicklung und wird, nach Analyse der kritischen Unfallzeiten- und Orte, gezielte Kontrollen sowie Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit in diesem Bereich durchführen."
Unfälle mit Pedelecs
Die Anzahl an Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Pedelecs ist mit einem Zuwachs um 39,39% auf 276 Verkehrsunfälle deutlich angestiegen. 155 Personen wurden leicht-, 33 Personen schwerverletzt und eine Person ist verstorben.
Die Zunahme dieser Unfallzahlen ist maßgeblich auf eine große Beliebtheit der E-Mobilität auf zwei Rädern und der damit verbundenen höheren Anzahl dieser Fahrzeuge zurückzuführen.
Unfälle mit Fußgängern
Die Anzahl an Verkehrsunfällen unter Beteiligung von zu Fuß Gehenden ist im Jahresvergleich erneut rückläufig. Insgesamt wurden 526 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von zu Fuß Gehenden polizeilich erfasst (-11 / -2,09%).
72 Personen wurden schwerverletzt (+4), 357 Menschen erlitten leichte Verletzungen (+26)
Die Anzahl der im Straßenverkehr tödlich verletzten zu Fuß gehenden Personen hat sich im Jahr 2025 auf drei Menschen mehr als halbiert (-5). Bei einem Unfallereignis querte der zu Fuß Gehende trotz geschlossener Bahnschranke einen Bahnübergang und wurde von einer S-Bahn erfasst. Bei zwei Verkehrsunfällen betraten die zu Fuß Gehenden unvermittelt die Fahrbahn und kollidierten mit Kraftfahrzeugen. Bei allen drei Verkehrsunfällen wurde die Hauptunfallursache auf ein fehlerhaftes Verhalten der zu Fuß Gehenden zurückgeführt.
Fokus der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit:
Der Schutz "schwächerer Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer" steht für die Frankfurter Polizei bei der Durchführung von Verkehrskontroll- und Präventionsmaßnahmen sowie zahlreichen Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern stets im Vordergrund und damit auch die Sensibilisierung zur ständigen Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme, welche die Teilnahme am Straßenverkehr tagtäglich von uns allen erfordert. Außerdem wird die Durchführung gezielter Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Unfallursache der nicht angepassten Geschwindigkeit, z.B. durch den hessenweiten "Blitzermarathon" und den durch das PP Frankfurt am Main organisierten "Tag der Verkehrssicherheit" weiter fortgesetzt. Darüber hinaus wird eine Intensivierung der polizeilichen Verkehrsüberwachungs- und Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit dem Konsum von berauschenden Mitteln erfolgen. Insgesamt ereigneten sich 438 Unfälle mit 228 Verletzten, bei denen der Konsum von Alkohol oder berauschenden Mitteln unfallursächlich war. Auch der präventive Aspekt ist wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherheitsstrategie der Frankfurter Polizei. Die Fortführung und der Ausbau von Verkehrspräventionsarbeit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, u.a. durch eine flächendeckende Radfahrbeschulung an den Grundschulen des Stadtgebietes, einer Fortführung des Pilotprojekts "Verkehrsunfallnachsorge für Radfahrende Kinder" sowie dem Projekt "CrashKurs", welches 2025 mit großem Interesse der beteiligten Schüler an einer Frankfurter Schule erstmalig vorgestellt und 2026 auf mehrere Schulen erweitert wird, sind dafür Beispiele.
Zu dem Projekt Crashkurs führt Herr Wolk, Leiter der Direktion Verkehrssicherheit aus:
"Das Projekt "CrashKurs" welches wir im letzten Jahr erstmals an einer Frankfurter Schule durchgeführt haben und in diesem Jahr erweitern werden, war ein voller Erfolg. Neben diversen Videosequenzen, bei denen zum Teil echte Unfallgeschehen gezeigt wurden, erzählten alle Beteiligten der Rettungskette in Uniform von prägenden Einsätzen. Hier wurde besonders authentisch gezeigt, wie groß die Gefahren, beispielweise bei zu hoher Geschwindigkeit im Straßenverkehr, sind. Ein Programm, das unter die Haut geht und in den Köpfen bleibt."
Die Frankfurter Polizei hat die Gefahren und Risiken bei Unfällen mit E-Scootern erkannt und reagiert. So wird die Fortsetzung der Überwachungs- und Aufklärungsmaßnahmen zur Minimierung von Unfallgefahren im Zusammenhang mit der Nutzung von Elektrokleinstfahrzeugen (E-Scootern) weiter intensiviert. Die Kontrollen werden hauptsächlich im innerstädtischen Bereich durchgeführt, um der dort festgestellten Unfallhäufung effektiv entgegenzuwirken. Außerdem werden die polizeilichen Maßnahmen im Zusammenhang mit Autotunern, Autoposern und illegalen Kraftfahrzeugrennen in gewohnter Form durchgeführt. Die Kontrolleinheit Autoposer, Raser, Tuner (KART) hat sich hier dauerhaft bewährt und wird weiterhin gezielte Kontrollen in diesem Deliktsbereich durchführen. Hierbei wird modernste Technik eingesetzt, die Fahrzeuge mit Video-Nachfahrsystem wurden bereits im letzten Jahr modernisiert und ermöglichen eine noch effizientere Messung von Geschwindigkeitsverstößen. Diese Technik wird auch auf der Autobahn genutzt.
Wir wünschen allen Verkehrsteilnehmern eine gute Fahrt und sichere Fahrt.
Hinweis:
Der gesamte Verkehrsunfallbericht 2025 ist auf der nachfolgenden Internetseite unter dem Bereich "Verkehrsstatistiken" aufrufbar:
https://www.polizei.hessen.de/die-polizei/statistik/verkehrsunfallstatistiken/verkehrsunfallstatistik-des-polizeipraesidiums-frankfurt-am-main
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