Bilanzmeldung zum stadtweiten Einsatzgeschehen „Halloween“
Gestern war die Polizei Berlin zu „Halloween“ im gesamten Stadtgebiet, insbesondere an einzelnen Schwerpunkten, bis in die Nachtstunden im Einsatz. Wie in den Vorjahren auch kam es in diesem Zusammenhang zu vereinzelten Störungen und Straftaten.
Neben den friedlichen Feiernden und Süßigkeiten sammelnden Kindern und Jugendlichen verzeichneten unsere Einsatzkräfte insbesondere in den Abendstunden mehrfaches illegales Abbrennen von Pyrotechnik durch Jugendgruppen, vereinzelte Sachbeschädigungen sowie vereinzelte Würfe von Gegenständen auf Einsatzfahrzeuge der Polizei und Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs. Folgende Vorfälle sollen hier hervorgehoben werden:
Im Märkischen Viertel kam es am Abend vermehrt zum illegalen Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände sowie zu Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz. Kurz nach 18 Uhr hielten sich rund 60 Jugendliche auf der Fahrbahn am Wilhelmsruher Damm auf und warfen Pyrotechnik. Gegen 18:20 Uhr wurde hier ein 13-jähriges Kind nach dem beobachteten Wurf eines pyrotechnischen Gegenstands kurzzeitig am Ort in Gewahrsam genommen. Nach Sicherstellung weiterer mitgeführter Pyrotechnik wurden die Eltern informiert, um ihrer Fürsorge- und Erziehungspflicht nach Abholung des Kindes wieder nachzukommen.
Aufgrund von Eierwürfen und dem Beschuss von Linienbussen der BVG mit Pyrotechnik unterbrach die BVG den Busverkehr im Märkischen Viertel von etwa 18:45 Uhr bis 21:05 Uhr vorsorglich.
Im Bereich eines Einkaufszentrums im selben Viertel wurde eine Gruppe von rund 80 Personen festgestellt, aus der heraus Plastikflaschen und Pyrotechnik in Richtung von Einsatzkräften geworfen wurden.
Um 19:40 Uhr warfen unbekannte Tatverdächtige am Senftenberger Ring einen unkonventionell selbst hergestellten Brandsatz (Molotowcocktail) in Richtung eines Einsatzfahrzeugs. Unser Fahrzeug wurde nicht getroffen und es entstand keine Brandwirkung. Einsatzkräfte unserer Operativen Gruppe Jugendgruppengewalt (OGJ) stellten im Nahbereich zwei 14-Jährige fest, die Benzin in PET-Flaschen mit sich führten. Im Nahbereich wurde ein weiterer vorbereiteter Brandsatz aufgefunden und von unseren Kräften der OGJ sichergestellt. Eine etwaige Tatbeteiligung der beiden Minderjährigen am Wurf auf unser Einsatzfahrzeug ist Bestandteil weiterführender Ermittlungen. Die beiden Jugendlichen wurden im Anschluss an ihre Erziehungsberechtigten übergeben.
Gegen 23 Uhr stellten Kräfte in der Huttenstraße brennende Müllcontainer fest, in denen sich unter anderem ein E-Scooter befand und veranlassten die Löschung durch die Berliner Feuerwehr.
Im Bereich der Polizeidirektion 2 (West) kam es ebenfalls zu einem erhöhten Einsatzaufkommen durch das illegale Abbrennen von Pyrotechnik sowie vereinzelt brennende Mülltonnen.
Gegen 21:45 Uhr nahmen unsere Kräfte einen Tatverdächtigen in der Fasanenstraße fest, nachdem dieser zuvor Schüsse mit einer Schreckschusswaffe abgegeben hatte.
Kurz vor Mitternacht nahmen unsere aufmerksamen Einsatzkräfte sechs Tatverdächtige fest, nachdem diese versucht hatten, die Schaufensterscheiben eines Ladengeschäfts an der Tauentzienstraße Ecke Nürnberger Straße mit zuvor entwendeten Verkehrszeichen einzuwerfen.
In der Graefestraße wurde gegen 20 Uhr eine brennende Mülltonne gemeldet, deren Beschädigung höchstwahrscheinlich gezieltes Umsetzen eines pyrotechnischen Gegenstands mit hoher Sprengkraft verursacht wurde. Etwa zwei Stunden später wurde in derselben Straße eine mobile Toilette in Brand gesetzt. Gegen 0:30 Uhr kam es zu einer Brandstiftung an mehreren Müllcontainern.
In der High-Deck-Siedlung wurde gegen 20:15 Uhr eine Holzspanplatte auf ein vorbeifahrendes Einsatzfahrzeug geworfen.
In der Urbanstraße nahmen unsere Einsatzkräfte zwei Tatverdächtige vorübergehend fest, nachdem diese versucht hatten, ein geparktes Kraftfahrzeug in Brand zu setzen.
Gegen 22 Uhr kam es an der Grunerstraße zu einem Einbruch in ein Bekleidungsgeschäft: Mehrere Personen öffneten die Eingangsschiebetür gewaltsam, verschafften sich Zutritt und entwendeten einige Kleidungsstücke aus einem im Laden befindlichen Aufsteller. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatten die Personen sich bereits fluchtartig entfernt.
Zu einer Sachbeschädigung eines weiteren Bekleidungsgeschäfts kam es gegen 23:15 Uhr. Tatort war die Neue Schönhauser Straße. Hier wurde die Fensterscheibe mit einem Pflasterschein beworfen. Es wurde nichts entwendet.
Gegen 2:40 Uhr wurde auf der Fahrbahn der Kreuzung Rigaer Straße Ecke Liebigstraße von unbekannten Tätern eine Flachpalette aus Holz in Brand gesetzt und konnte schnell gelöscht werden.
In den kam es zu keinen besonderen einsatzrelevanten Vorkommnissen.
Im Zusammenhang mit den polizeilichen Maßnahmen anlässlich “Halloween” kam es bislang zu 16 Festnahmen. Trotz punktueller Störungen und Straftaten an einzelnen Brennpunkten ermöglichte das flexible, schnelle und professionelle Handeln der Einsatzkräfte in enger Zusammenarbeit mit den Kräften der Berliner Feuerwehr einen weitgehend geordneten und sicheren Verlauf von “Halloween” im gesamten Stadtgebiet. Die Ermittlungen zu den bislang unbekannten Tatverdächtigen dauern an.
Pressearbeit und Erreichbarkeit