260325 – 0394 Frankfurt am Main: Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025
(ma) Heute (25. März 2026) stellte Polizeipräsident Stefan Müller im Rahmen einer Pressekonferenz die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main für das Jahr 2025 vor. Gemeinsam mit dem Leiter der Kriminaldirektion, Herrn Viktor Lekic, der stellvertretenden Leiterin des Gewaltschutzkommissariats, Frau Verena Gerstendorff und Thomas Hollerbach führte der Polizeipräsident zur Kriminalitätsentwicklung und den Schwerpunkten des polizeilichen Handelns im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main aus.
Die Frankfurter Polizei blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Neben den im Alltag anfallenden polizeilichen Einsätzen lag erneut ein Schwerpunkt auf intensiven Kontrollen im innerstädtischen Bereich. Darüber hinaus erreichte das im europäischen Ausland bereits bekannte Verbrechensphänomen "Violence as a Service (VaaS)" die Stadt Frankfurt am Main, auf welches im Rahmen der Pressekonferenz genauer eingegangen wurde.
Die Fallzahlen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu identisch und verzeichnen einen unwesentlichen Anstieg um 336 Taten auf insgesamt 113.603 Straftaten. Die Aufklärungsquote (AQ) liegt auch in diesem Jahr wieder deutlich über der 60 Prozent - Marke (62,5 %).
Verrohung in der Gesellschaft nimmt weiter zu
Die Tatbestände der Beleidigung (+ 337), der Bedrohung (+ 288) und der Körperverletzung (+ 860) stiegen das vierte Jahr in Folge, im letzten Jahr von insgesamt 14.520 auf zusammen 16.005 Delikte.
Die vielen aufeinanderfolgenden Krisen seit der Coronapandemie und die damit verbundenen Unsicherheiten finden ihren Niederschlag auch im Straftatenaufkommen der Beleidigungen und Rohheitsdelikte.
"Die Zündschnur vieler Menschen ist kurz, der Umgang innerhalb der Gesellschaft rau. Seit der Coronapandemie sind die Menschen vielen weiteren Krisen ausgesetzt. Das bleibt nicht ohne Folgen - das spüren wir unmittelbar im Verhalten der Menschen. Der Übergang von Beschimpfungen im Netz über wechselseitige Beleidigungen in Alltagssituationen bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen ist fließend", so Polizeipräsident Müller.
Violence as a Service (VaaS)
Der Leiter der Kriminaldirektion, Viktor Lekic, führte zu dem für die Frankfurter Polizei zwar nicht unbekannten, aber dennoch neu aufgetretenen Phänomen Violence as a Service (VaaS) aus. Hierbei werden oftmals minderjährige Personen aus dem Ausland für Straftaten im Inland rekrutiert.
VaaS wird als arbeitsteilige Kriminalitätsform beschrieben, in welcher mehrere Personen verschiedene Teilbereiche einer Straftat unabhängig voneinander übernehmen. Die Herausforderung für die Ermittlerinnen und Ermittler liegt darin, die Täterstrukturen zu erkennen und Tatzusammenhänge aufzuhellen.
Herr Lekic zeigte anhand einer Karte die örtliche und chronologische Übersicht an dokumentierten Fällen dieser Vorgehensweise im Rhein-Main-Gebiet auf. Zwischen Juli und September 2025 wurden in der Region (u. a. Frankfurt, Taunusstein, Offenbach und Neu-Isenburg) sieben Taten erfasst, darunter Sprengstoffexplosionen und schwere Brandstiftungen unter Inkaufnahme der Tötung von in den Gebäuden befindlichen Personen.
Mit Hilfe von Bildern und einem Video verdeutlichte Herr Lekic anschaulich, wie schnell Täter vorgehen und dass diese Taten eine erhebliche Fremdgefährdung mit sich bringen.
Er betonte: "Auch wenn die Strukturen ihren kriminellen Ursprung häufig im Ausland haben, hat sich die Frankfurter Polizei diesem Deliktsphänomen erfolgreich angenommen, wie die jüngst zurückliegenden Festnahmen unter anderem in den Niederlanden zeigen. VaaS wird uns auch zukünftig beschäftigen - denn inzwischen werden die ausführenden Personen nicht mehr nur im Ausland, sondern auch vor unserer Haustür im Rhein-Main-Gebiet rekrutiert."
Innenstadtoffensive - Starke polizeiliche Präsenz, Videoschutzanlagen und Waffenverbotszonen reduzieren Straftaten
Die Schwerpunksetzung auf die Innenstadtoffensive, die ohne die tatkräftige Unterstützung des Hessischen Polizeipräsidiums Einsatz in dieser Form nicht möglich gewesen wäre, zahlt sich aus. Das Hoch der Straßenkriminalität während der Pandemie 2022 konnte über die letzten drei Jahre deutlich reduziert werden. Unter dem Begriff Straßenkriminalität werden alle Straftaten mit Tatort "öffentliche Wege, Straßen oder Plätze", unabhängig von Art und Schwere der Delikte, zusammengefasst. Das Deliktsfeld muss vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass Frankfurt ein Touristenmagnet ist und gleichzeitig durch seine zahlreichen Bars und Clubs eine Vielzahl junger Menschen in die Stadt zieht, die nicht selten für die oben genannten Straftaten im öffentlichen Raum verantwortlich sind.
Ein Hauptaugenmerk der Innenstadtoffensive liegt insbesondere auf der Reduktion des Straßenraubs und seines deliktischen Vorläufers, des Taschendiebstahls.
Im Straßenraub wurde 2023 ein Hoch verzeichnet, auf welches zielgerichtet reagiert wurde. Durch eine deutliche Steigerung der Präsenzkräfte in Verbindung mit den positiven Effekten der Waffenverbots- und Videoschutzzone konnten die Fallzahlen in den letzten beiden Jahren im Bahnhofsgebiet (BHG) nahezu halbiert (auf 198 Fälle) und die AQ auf sehr gute 52,2 Prozent gesteigert werden. Die AQ im gesamten Stadtgebiet stieg bei zusammen 564 Straftaten auf den bisher höchsten Wert von 48,9 Prozent. Es sind die besten Werte seit Einführung des PKS-Deliktschlüssels für "Straßenraub" im Jahr 1989.
"Die Fallzahlen im Bereich der Straßenraubstraftaten im Bahnhofsgebiet wurden halbiert. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf über 50 Prozent. Das ist beeindruckend und zeigt, wie erfolgreich die Kombination aus offenen Präsenzmaßnahmen, den Videoschutzanlagen und der Waffenverbotszone in Verbindung mit guter Ermittlungsarbeit sind", resümiert Polizeipräsident Müller. "Mehr als jeder zweite Räuber wird im Kernbereich der Stadt festgenommen."
Diese Maßnahmen haben sich ebenso positiv auf die Fallzahlen des Taschendiebstahls ausgewirkt, die stadtweit um 22,7 Prozent auf 2.433 Fälle (darunter auf 537 im BHG und auf 425 in der Innenstadt) gesunken sind. Der Taschendiebstahl im Bereich der Innenstadt findet vorwiegend in Gaststätten und Geschäften, nicht im öffentlichen Raum, statt, während diese Delikte im Bahnhofsgebiet überwiegend auf offener Straße begangen werden - zum Beispiel durch Täter, die ihre Opfer während der Tatbegehung antanzen, um sie vom Diebstahl abzulenken. Oft sind Touristen betroffen. Der Großteil dieser Taten geht meist unbemerkt und schnell vonstatten. Die Geschädigten bemerken den Diebstahl erst wesentlich später, oft ohne Chance, die oder den Täter wiederzuerkennen. Genau diese Lücke kann durch die Videoschutzanlage geschlossen werden.
Die polizeilichen Maßnahmen führten in der gesamten Stadt zu einer Reduzierung der Fallzahlen auf 2433 (- 715). Allein im Bahnhofsgebiet konnten ein Rückgang der Fallzahlen (- 234) und eine gleichzeitige Steigerung der AQ auf 19,7 Prozent verzeichnet werden. Jeder fünfte Taschendiebstahl wurde dort geklärt.
Reduzierung der Messerangriffe im öffentlichen Raum
Die Kombination aus starker Polizeipräsenz im öffentlichen Raum, gezielten Kontrollen, verdeckten Ermittlungen, moderner Videotechnik und Waffenverbotszonen wirkt sich ebenso positiv auf die Fallzahlen der Messerangriffe im öffentlichen Raum aus, wenn auch nicht so deutlich wie beim Straßenraub und Taschendiebstahl.
Die Delikte reduzierten sich im vergangenen Jahr im Stadtgebiet von 142 auf 120, im Bahnhofsgebiet von 49 auf 42 Taten.
Die Analyse der 42 Taten ergab, dass in über 70 Prozent der Fälle Täter und Opfer polizeibekannt sind und in über 50 Prozent der Fälle bei beiden auch ein Bezug zur Drogenszene besteht. Es handelt sich somit in weiten Teilen um milieuinterne Straftaten innerhalb der BtM-Konsumenten-, Dealer- und Rotlichtszene. Aufgrund der hohen Polizeipräsenz in Verbindung mit der modernen Videotechnik ist das Dunkelfeld sehr gering.
Im letzten Jahr wurden im Bahnhofsgebiet über 300 Messer bei Personen in der Waffenverbotszone sichergestellt. Bei diesen Personen waren über 80 Prozent polizeibekannt und darüber hinaus die Hälfte als BtM-Konsumierende erfasst.
"Diese Analysen zeigen, dass die Waffenverbotszone ein sehr probates Mittel ist, um solche Straftaten zu reduzieren, weil Messer bei den Personen sichergestellt werden, die im Schwerpunkt für die Messerangriffe im öffentlichen Raum verantwortlich sind", bekräftigt Polizeipräsident Müller.
Informationen zu den Waffenverbotszonen (WVZ)
Im Frankfurter Stadtgebiet wurden bisher zwei Waffenverbotszonen (Bahnhofsgebiet und im Vergnügungsviertel Alt-Sachenhausen) eingerichtet. In der rund um die Uhr gültigen WVZ-Bahnhofsgebiet stellte die Polizei im letzten Jahr 321 Messer sicher. Neben Einhandmessern wurden Küchenmesser bis hin zum ohnehin verbotenen Butterflymesser aus dem Verkehr gezogen.
Zudem zogen die kontrollierenden Kolleginnen und Kollegen auch weitere Waffen, wie Teleskopschlagstöcke, Pfeffersprays, Elektroimpulsgeräte, Schreckschusspistolen, Schwerter oder gar eine Machete ein.
Im Vergnügungsviertel Alt-Sachsenhausen wurde durch die Stadt Frankfurt am Main zum 01.01.2025 eine WVZ eingerichtet. Hier wurden 55 Messer sichergestellt. Diese Anzahl ist durchaus hoch, wenn man bedenkt, dass die dortige Verbotszone nur in den Abenden und Nächten von Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag gilt.
Videoschutzanlage (VSA)
Im vergangenen Jahr konnten mit Unterstützung der Videoschutzanlagen 1.003 Fälle im gesamten Stadtgebiet aufgeklärt werden. Hierunter fallen zum Beispiel 375 Körperverletzungsdelikte, 188 Eigentumsdelikte, 121 Rauschgiftdelikte, 75 Raubdelikte und 17 Sexualdelikte.
Knapp 80 Prozent (797) dieser aufgeklärten Taten entfallen auf das Frankfurter Bahnhofsgebiet. Darunter fanden sich unter anderem 304 Körperverletzungsdelikte, 160 Eigentumsdelikte, 103 Rauschgiftdelikte sowie 62 Raubdelikte und zehn Sexualdelikte.
Über die VSA in der Innenstadt konnten bei 206 Straftaten Täter bzw. Täterinnen ermittelt werden. Darunter 71 Körperverletzungsdelikte, 13 Raubdelikte und sieben Sexualdelikte. Zudem konnten 18 Rauschgiftdelikte und 28 Eigentumsdelikte aufgeklärt werden.
Polizeipräsident Stefan Müller stellt fest: "Die Videoschutzzonen erhöhen die Sicherheit aller Personen, die sich in diesen Bereichen aufhalten. Aus vielen Bürgergesprächen weiß ich, dass die Kameras auf Straftäter disziplinierend wirken und sie abschrecken. Durch unser Video-Operations-Center wurden viele Gefahrensituationen frühzeitig erkannt. Sich anbahnende Konfliktsituationen konnten durch entsandte Streifen aufgelöst und Schlimmeres verhindert werden.
Dass zudem insgesamt über 1.000 Straftaten aufgeklärt werden konnten, spricht für den messbaren Erfolg der Videoschutzzonen."
Schwerpunktsetzung zur Unterbindung des Rauschgiftstraßenhandels
Im letzten Jahr setzte die Frankfurter Polizei einen deutlichen Schwerpunkt bei der Bekämpfung des Rauschgiftstraßenhandels. Die Fallzahlen in diesem Deliktsfeld konnten über zahlreiche großangelegte Kontrollmaßnahmen in Verbindung mit intensiver Ermittlungsarbeit mehr als verdoppelt werden (von 336 auf 745).
Die Bekämpfung der Dealerszene endet nicht mit deren Festnahme und Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Die strafprozessualen Maßnahmen werden durch langfristige Aufenthaltsverbotsverfügungen (AVV) für den Bereich des weiträumigen Bahnhofsgebietes flankiert. Durch dieses Betretungsverbot gelingt es, den Rauschgifthändlern das räumliche Umfeld für ihr illegales Treiben stark einzuschränken. Ein mehrfacher Verstoß gegen eine solche Verfügung zieht nicht nur eine Ingewahrsamnahme, sondern auch ein Strafverfahren nach sich. So wurden im Jahr 2025 insgesamt 283 Aufenthaltsverbotsverfügungen ausgestellt und 430 Verstöße gegen die jeweils ausgestellten Verfügungen geahndet, nicht selten mit einer Ingewahrsamnahme von (maximal) zwölf Tagen verbunden.
Die Gesamtzahl der Betäubungsmitteldelikte ist um 25,8 Prozent auf 4.152 Fälle gesunken. Dieser Rückgang korreliert primär mit dem Inkrafttreten des Konsum-Cannabis-Gesetzes (KCanG).
Problematisch bleibt nach wie vor, dass kaum legale Quellen für Cannabisprodukte bestehen. Infolgedessen werden die Cannabisprodukte weiterhin durch illegalen Handel vertrieben.
Gewaltschutz - Häusliche Gewalt
Unter der Häuslichen Gewalt wird ein breites Feld an Straftaten subsumiert. Dabei handelt es sich um Delikte wie beispielsweise Körperverletzung, Stalking, Bedrohung und Sexualdelikte bis hin zum Tötungsdelikt.
Der hessenweite Anstieg der Fallzahlen Häuslicher Gewalt ist auch in Frankfurt zu verzeichnen. Die Delikte stiegen im Vergleich zum Vorjahr weiter an und erreichen mit 2.281 Fällen einen neuen Höchststand (+ 10,7 %). Auch in diesem Deliktsbereich spielt die zunehmende Verrohung der Gesellschaft eine Rolle. Darüber hinaus führt ein sensibleres Anzeigeverhalten dazu, dass früher oftmals unbekannt gebliebene Taten nun durch eine Anzeige der betroffenen Personen vom Dunkel- ins Hellfeld überführt werden.
Die Polizei reagiert auf diese Entwicklung mit vielfältigen Maßnahmen: Den Geschädigten, bei denen es sich zu 80 Prozent um Frauen handelt, wird mit Bekanntwerden eines derartigen Sachverhaltes unverzüglich ein umfangreiches Hilfsangebot unterbreitet.
"Es war vor drei Jahren die richtige Entscheidung, die zentrale Bearbeitung der Häuslichen Gewalt in der Kriminaldirektion zusammen mit einem Gefährdungslagenmanagement als ein fest implementierter Teil des Gewaltschutzkommissariats einzurichten, Das maßgebliche Ziel dieses Kommissariats ist es weiterhin, frühzeitig Hochrisikofälle zu detektieren und durch polizeiliche Maßnahmen das Risiko einer schweren Gewalttat abzuwehren. Neben der intensiven Betreuung des Opfers steht hierbei der Aggressor als Risikofaktor im Fokus", so Herr Lekic.
Um dem Phänomen der Häuslichen Gewalt ganzheitlich, also auf repressiver und präventiver Ebene, gezielt zu begegnen, finden Gefahrenabwehr, Ermittlungen und Prävention in enger Zusammenarbeit mit externen Behörden und Institutionen statt. So ist die Intensivierung der Bekämpfung Häuslicher Gewalt und der aktive Schutz von Opfern noch besser möglich. Jeder einzelne Fall durchläuft eine Risikobewertung durch das Gefährdungslagenmanagement, welche eine Bandbreite an Maßnahmen wie Gefährderansprachen, Platzverweise und polizeiliche Wegweisungsverfügungen bis hin zu mehrtägigen Ingewahrsamnahmen zur Folge haben kann.
Immer häufiger erfolgt der Einsatz der elektronischen Fußfessel, um eine polizeiliche Wegweisungsverfügung zu überwachen und die Opfer noch wirksamer zu schützen.
Seit der Änderung des § 31a HSOG im Dezember 2024 wurden im Zuständigkeitsgebiet des PP Frankfurt am Main 19 Erstanträge für den Beschluss einer elektronischen Aufenthaltsüberwachung (EAÜ) gestellt.
Verstößt der Gefährder mehrfach und vorsätzlich gegen die Auflagen der EAÜ, wird er auf richterlichen Beschluss in Gewahrsam genommen, bis er glaubhaft darlegt, dass er sich nach seiner Entlassung an die Auflagen der EAÜ halten wird. Darüber hinaus wird bei Auflagenverstößen ein Strafverfahren eingeleitet.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Die Fallzahlen in diesem Deliktsfeld stiegen um 9,2 Prozent auf 1.772. Die Aufklärungsquote ging geringfügig auf 73,8 Prozent zurück.
Im Bereich der Vergewaltigung, der sexuellen Nötigung und der sexuellen Belästigung
war erneut ein deutlicher Anstieg der polizeilich registrierten Fälle zu verzeichnen (722 Fälle; + 165; + 29,6 %). Hier ist anzumerken, dass sich die Dunkelziffer dieser Taten in einem sehr hohen zweistelligen Bereich bewegen dürfte.
Eine Erklärung für den Anstieg könnte eine gestiegene Sensibilisierung und eine höhere Anzeigenbereitschaft der Betroffenen sein. In den meisten Fällen besteht bei diesen Taten eine vorherige Beziehung zwischen den Tätern und Opfern.
Generell haben sich die Fallzahlen bei den Sexualdelikten in den letzten zehn Jahren
vervierfacht und zeigen seitdem einen nahezu kontinuierlichen jährlichen Anstieg. Hierunter sind allerdings auch hohe Fallzahlen der "Fokus-Dienststellen" zu verzeichnen, deren Zuständigkeit sich insbesondere auf den Bereich "Verbreiten pornografischer Inhalte" erstreckt. In diesem Deliktsfeld wurden im vergangenen Jahr 703 Fälle registriert, der zweithöchste Wert seit 2016, als die Fallzahl noch bei weniger als einem Zehntel dessen lag.
Wohnungseinbruchsdiebstahl
Im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls ist ein Anstieg der Aufklärungsquote, aber auch der Fallzahlen zu verzeichnen. Die Fallzahlen stiegen um 26,6 Prozent auf 1.333 Fälle insgesamt, von denen mehr als ein Drittel zur Tageszeit stattfanden. Die Aufklärungsquote beträgt 11,9 Prozent. Die Steigerung der Fallzahlen ist größtenteils auf reisende, spezialisierte Tätergruppierungen zurückzuführen, die in kurzer Zeit viele Einbrüche in einer Region begehen.
Straftaten gegen das Leben
Im Jahr 2025 kam es zu 78 Fällen von Mord und Totschlag, darunter blieben glücklicherweise 72 im Versuchsstadium. Es wurden sechs vollendete Mord- und Totschlagsdelikte registriert, was im Vergleich zum Vorjahr eine Reduzierung um elf Taten bedeutet.
Weiter wurden 15 fahrlässige Tötungen, und somit 29 weniger als im Vorjahr, registriert.
Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger
Der in den letzten Jahren verzeichnete Anstieg der Straftaten zum Nachteil von Amts- und Mandatsträgern ist auch in diesem Jahr festzustellen und erreicht mit 59 Taten erneut einen Höchststand. Ein Großteil der Delikte liegt im Bereich der Beleidigungen und Sachbeschädigungen, körperliche Übergriffe wurden nicht festgestellt. Ein Drittel der Taten wurde im Internet begangen.
Die Frankfurter Polizei befasst sich intensiv mit diesem Deliktsbereich, geht aktiv auf die betroffene Bezugsgruppe zu und ist einem ständigen Austausch. Darüber hinaus werden landesweite Maßnahmen ergriffen, um den Schutz und die Sicherheit von Amts- und Mandatsträgern zu stärken. Die Benennung fester Ansprechpersonen für die Betroffenen zählt genauso zu diesen Maßnahmen wie Verhaltensberatungen und die Begehung privat oder beruflich genutzter Gebäude zum Zwecke der Sicherheitsberatung.
Neuer Höchststand bei der Gewalt gegen Einsatzkräfte
Die Fallzahlen im Bereich Widerstand gegen, Angriff auf sowie Körperverletzung zum Nachteil von Vollstreckungsbeamten sind von 820 Fällen im Jahr 2024 auf 955 Fälle im Jahr 2025 gestiegen. Der starke Anstieg dieser Zahl ist gleichfalls im Kontext der gesellschaftlichen Verrohung zu sehen. Der Anstieg bei Körperverletzungen resultiert aus dem Verfahrensabschluss im Zusammenhang mit den Ausschreitungen bei einem Bundesligaspiel am 25.11.2023.
Ebenfalls gestiegen sind die Angriffe auf Rettungsdienste um 44 Prozent auf 52 Fälle. Damit kristallisieren sich die Rettungsdienste als zweite große Opfergruppe von Gewalt gegen Einsatzkräfte und gleichgestellte Personen nach der Polizei heraus. Ursächlich hierfür könnte sein, dass Rettungswagenbesatzungen, beispielsweise im Vergleich zur Feuerwehr, in aller Regel lediglich aus zwei Personen bestehen und zudem immer direkt "am Menschen" arbeiten. Meist sind die Probanden in körperlichen und emotionalen Ausnahmezuständen und oftmals durch Alkohol oder Drogen berauscht.
Diese Entwicklung hat das Polizeipräsidium Frankfurt am Main zum Anlass genommen, mit der Branddirektion in Kontakt zu treten, die Trägerin der bodengebundenen Rettungsdienste in Frankfurt ist. In einem ersten Austausch verständigten sich die beiden Behördenleiter darauf, alle Leistungserbringer des Rettungsdienstes (Johanniter Unfallhilfe, ASB, DRK, Malteser, DLRG, Feuerwehr) zu einem Gespräch einzuladen, um die aktuelle Lage zu erörtern und gemeinsam diesem alarmierenden Trend entgegenwirkende Präventionsmöglichkeiten zu erarbeiten.
Anstieg in einigen Bereichen der politisch motivierten Kriminalität (PMK)
Insgesamt 1.003 Fälle der politisch motivierten Kriminalität wurden im Jahr 2025 registriert (+ 12,7 %).
PMK - rechts:
Die Gesamtzahl der rechtsextremistisch motivierten Straftaten stieg im Jahr 2025 von 436 auf 474 Fälle (+ 38; + 8,7 %).
Die Schwerpunkte in diesem Bereich sind sogenannte Hass- und Propagandadelikte. Kriegerische Auseinandersetzungen im Ausland (Gaza, Ukraine) führten zu einem leichten Anstieg der Fallzahlen.
PMK - links
Dem Phänomenbereich PMK -links- konnten 104 Fälle (+ 16,9 %) zugeordnet werden.
Der überwiegende Anteil der Fälle der PMK -links- lag im Bereich von Sachbeschädigungen sowie Straftaten im Zusammenhang mit Versammlungen.
PMK - Ausländische Ideologie
Im Bereich ausländischen Ideologie wurden 205 Fälle erfasst (+ 27,3%). Die Zunahme der Fallzahlen lässt sich mit einem erhöhtem Fallaufkommen im Zusammenhang mit dem erneut aufgeflammten Nahostkonflikt erklären.
PMK - Religiöse Ideologie
Nach einem Rückgang der Fallzahlen in 2024 haben sich die Fallzahlen im Jahr 2025 von 24 auf 47 Delikte nahezu verdoppelt und bewegen sich wieder auf dem Niveau des Jahres 2023.
Bei den meisten der bearbeiteten Ermittlungsverfahren in diesem Phänomenbereich handelte es sich um Bedrohungs-, Propaganda-, Beleidigungs- und Sachbeschädigungsdelikte.
PMK - sonstige Zuordnung
Die verbliebenen 173 Taten der PMK werden gemäß einer Bewertung des Hessischen Landeskriminalamtes unter "Sonstige" zugeordnet (- 7; - 3,9 %).
Weiterführende Informationen:
https://www.polizei.hessen.de/die-polizei/statistik/polizeiliche-kriminalstatistik-pks/polizeipraesidium-frankfurt
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